Galakonzert mit Björn Casapietra am 12.10.2012 in der Philharmonie Berlin.
Nun ja, Galakonzert...der Berliner mag es nicht "uffgebrezelt" und statt in die Philharmonie geht er in die Flöte! So sah es auch der Berliner Tenor mit den sächsisch/italienischen Wurzeln und wußte, in einer lockeren und charmanten Moderation, mit der Konzertpianistin Sibylle Briner an seiner Seite, das Publikum sofort aus der Steifheit der Erwartungen zu befreien. Das Konzert begann mit einer Einleitung durch Sibylle Briner und nahtlos schloss sich "My little Welsh Home" an. Dann spann sich der musikalische Bogen von schottischen und irischen Melodien bis zu Operettenmelodien, welche begeistert mitgesungen wurden. Lauschende Stille beim "Ave Maria" ebenso, wie begeisterter Beifall bei Leonard Cohens "Halleluja". Das Publikum erwies sich als offen für alle musikalischen Zeitalter, die in diesem Rahmen erschlossen wurden. Positiv aufgenommen wurden auch die politischen Statements des Tenors, der sich für den Schutz der Kinder und gegen die Unterwanderung von Neonazismus in unserer Gesellschaft stark macht. Während der Pause gab es angeregte Gespräche in der Lobby der Philharmonie und viele lobende Worte über die beiden Künstler waren zu hören. Im zweiten Teil war die Stimmung bereits spürbar gelöster, möglicherweise wegen der Aufforderung von Björn Casapietra, in der Pause die Stimmbänder zu ölen, denn es sollte Waldbühnenstimmung folgen. Diese war notwendig für die Intonierung seines Hits " A Petal of a Rose". Tatsächlich ging ein lautes Johlen und Trampeln durch die Reihen und es wurde begeistert im Takt geklatscht. Rosen flogen von der Empore auf die Bühne. Der Höhepunkt und erfolgreiche Abschluß? Weit gefehlt! Der Auftakt zu 13! Zugaben(Ironie) war gemacht. Der Schlager aller Zeiten "O Sole Mio" sollte die Stimmung einem neuen Höhpunkt entgegentreiben! Voller Inbrunst sangen 1000 Kehlen mit dem Tenor den Refrain. Bei der Akkustik in der Philharmonie ein beeindruckender Klangteppich! Zum Ende des Konzertes gab es sowohl vom Veranstalter, als auch vom Publikum, einen floralen Dank an beide Musiker. Im Anschluß nahmen sich Björn Casapietra und Sibylle Briner noch viel Zeit und standen für Autogramme, Fotos und Smalltalk zur Verfügung. Dieses Angebot wurde ausgiebig genutzt. Als Fazit läßt sich sagen, es war ein schöner Nachmittag, in einem hervorragenden Konzertsaal und mit einem aufgeschlossenem Publikum. Vielen Dank an deas Bezirksamt Tempelhof/Schöneberg für die Organisation, die Berliner Philharmonie für die Durchführung und an die Künstler, die mit ihrer Leistung vielen, die sich solche Veranstaltungen üblicherweise nicht leisten können, einen zauberhaften Nachmittag bereitet haben!